Hier dürfen Sie nicht fahren! – Longboards im Alltag

Urban Beach LondboardsLongboards haben es längst geschafft, sich zum Alltag in den Innenstädten zu entwickeln. Menschen unterschiedlichen Alters nutzen die sportlichen Geräte, um schnell und sicher von A nach B zu kommen und haben die Boards, die für den Laien zunächst aussehen wie ein klassisches Skateboard bereits fest in ihren Tagesablauf integriert. Ärgerlich werden diese Entwicklungen in der Regel nur dann, wenn Unfälle entstehen, die, unter Beachtung aller Verkehrsvorschriften und mit ein wenig Rücksicht, vermeidbar gewesen wären. Passiert ein Zwischenfall in Form einer Kollision mit einem Passanten oder gar einem PKW stellt sich unweigerlich die Schuldfrage. Die Überlegung, wo Sie mit Ihrem Longboard im Alltag problemlos fahren dürfen, ist daher in jedem Falle gerechtfertigt.

Flexible Alternative zum Fahrrad – was ist erlaubt?

Hier dürfen Sie nicht fahren! – Longboards im AlltagAufgrund Ihrer Bauweise und der verwendeten Materialien eignen sich die beliebten Longboards vor allem, um sich auf einem eher ebenen Untergrund schnell fortzubewegen. Doch nicht alles, was einfach und problemlos erscheint, ist auch erlaubt!

Der Alltag zeigt, dass es immer wieder zu Diskussionen und sogar Rechtstreitigkeiten zwischen Auto- und Fahrradfahrern mit Longboardern kommt. Wer sich jedoch im Vorfeld ein wenig mit dem Thema und der Gesamtproblematik auseinander setzt, kennt im Notfall sein Recht. Generell gilt, dass:

  • ein Longboard eher den Sportgeräten als den Fahrzeugen des Straßenverkehrs zugeordnet wird
  • nicht davon auszugehen ist, dass ein Longboard uneingeschränkt, beispielsweise wie ein Fahrrad, am Straßenverkehr in der Stadt teilnehmen darf
  • sich die Regeln für Longboardfahrer an denen für die Fußgänger

Doch was bedeutet das im Einzelfall? Die Regelung besagt, dass es Longboardfahrern untersagt ist, auf Fahrradwegen oder Fahrbahnen zu fahren. Ihre Fortbewegung muss damit auf dem Gehweg erfolgen.

Schnelle Longboardfahrer und langsame Fußgänger – Probleme im Alltag

Wer sich mit seinem Longboard im Alltag auf dem Fußgängerweg fortbewegt, wird früher oder später mit Passanten konfrontiert, die sich verständlicherweise langsamer fortbewegen. Sollten Sie daher einen Fußgänger überholen wollen, ist es zunächst wichtig, die eigene Geschwindigkeit zu kontrollieren und gegebenenfalls auch ein wenig abzubremsen.

Für den direkten Überholvorgang gilt in Deutschland, dass Longboardfahrern vorgeschrieben wird, ein paar Meter vor dem Passanten abzusteigen und diesen dann zu Fuß zu überholen. Was einerseits eine willkommene Rücksichtnahme für den Fußgänger darstellt, mag den Fahrkomfort des Longboardfahrers mitunter stark beeinflussen. Die Schweiz ist daher bereits dazu übergegangen, Longboardern das Fahren auf dem Radweg oder sogar auf der Straße in den Tempo 30 Zonen zu erlauben und damit den Fans der Bretter ein wenig mehr entgegen zu kommen.

Erlaubt Untersagt
  • auf Gehwegen mit Einschränkungen
  • Halfpipes
  • Longboard-Parks
  • Skaterhallen
  • Straßen
  • Radwege, sofern keine Erlaubnis vorhanden ist

Aktuell keine Helmpflicht für Longboardfahrer!

Die gesetzliche Regelung schreibt zum aktuellen Zeitpunkt (noch) keine Helmpflicht für Longboardfahrer vor. Dennoch gehören Helm und Knieschoner vor allem für sportlich-ambitionierte Fahrer zum Alltag. Den verantwortungsbewussten Longboardern geht es darum, sich vor den Folgen schwerer Verletzungen, wie zum Beispiel einem Schädel-Hirn-Trauma, zu schützen.

Tipp! Entscheiden Sie sich daher, trotz der fehlenden Vorschrift in Bezug auf den Helm immer für eine Schutzausrüstung, die sich Ihrem Fahrstil auf dem Gehweg und auf der Halfpipe anpasst!

Im Zweifel auf die Halfpipe – Tricks und kleine „Stunts“ fernab des Straßenverkehrs

Auch wenn es Ihnen als Longboardfahrer erlaubt ist, auf den Gehwegen Ihre Runden zu drehen, sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, hier Tricks zu üben! Die Gehwege dienen dem Longboardfahrer, ebenso wie dem Fußgänger, zum sicheren Passieren einer Strecke von A nach B. Sollten Sie Ihre individuellen Fähigkeiten in Bezug auf das Longboardfahren weiter ausbauen wollen, nutzen Sie am besten die Halfpipes, die in der heutigen Zeit in jeder größeren Stadt angeboten werden. Diese bieten Ihnen ein herausforderndes Hindernis ohne die zusätzliche Gefahr von Straßenverkehr und anderen unvorhergesehenen Zwischenfällen. Vergessen Sie jedoch nicht Ihre Schutzausrüstung!

Vor- und Nachteile der Verbote für Longboardfahrer

  • mehr Sicherheit für Longboarder, Fußgänger und Verkehrsteilnehmer
  • es gibt Halfpipes zum Austoben
  • schränken das Fahrvergnügen an manchen Orten ein

Kein abschließendes Ergebnis

Aufgrund der steigenden Anzahl der Longboardfahrer steigt selbstverständlich auch deren Bedürfnis nach Regelungen für den Straßenverkehr, die mit einem komfortablen Fahren vereinbar sind. Besonders die Einordnung der Longboards als Sportgeräte stellt hier einen der wesentlichen Streitpunkte dar. Das Überholen der Fußgänger auf dem Gehweg und das damit verbundene vorgeschriebene Absteigen behindert im Alltag.

Daher wurden in der Vergangenheit sogar Petitionen ins Leben gerufen, die die Rechtslage und die erlaubten Fahrflächen für Longboarder verbessern sollten und eine offizielle Straßenzulassung für Longboards fordern. Dennoch ist die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Auch wenn die Longboarder sich aktuell noch gezwungen sehen, ihren Weg auf dem Bürgersteig zu fahren und damit immer wieder mit den langsameren Passanten konfrontiert werden, so ist zu erwarten, dass sich die aktuelle Gesetzgebung aller Wahrscheinlichkeit nach noch ändern wird.

3 Kommentare und Erfahrungen

  1. Marc Cawood am 5. September 2016

    Nicht nur in 30’er Zonen ist Longboarden in der Schweiz Erlaubt sondern auf Nebenstrassen wo ein Trottoir fehlt und Verkehr gering ist. Somit sind einige Pass-artige Strassen völlig legal wenn das Verkehr gering ist.

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  2. Fengalf am 16. September 2016

    Hey,

    cooler Artikel.
    Ich frage mich lediglich: Wie soll ich mich mit dem Longboard adäquat in der Halfpipe austoben? Wo meines Wissens nach die Langbretter tatsächlich dazu gemacht wurden, strecken zurück zu legen und daher eigentlich viel zu sperrig für die zumeist doch ziemlich kleinen Halfpipes sind?

    Zudem halte ich das mit dem Pro der Sicherheit für Fußgänger und Longboardfahrer für ein nicht zulässiges Argument, da auf dem Fussweg viel leichter Unfälle passieren. Autos wenden nicht auf einmal, oder wechseln die Richtung.
    Ein Verbot auf Hauptverkehrsadern / -straßen ist total sinnvoll. Aber auf Nebenstraßen, an dessem Rand,wo höchsten 30 – 50 km/h erlaubt sind (auf dem Longboard kann man ja durchaus bis zu 25 – 30 km/h schnell werden, hab ich mir sagen lassen), sollte das Skaten durchaus erlaubt sein. Es kann ein halsbrecherisches Abenteuer sein, überhaupt auf einem Fussweg zu fahren, weil grade in Ortschaften, die nicht in einer Großstadt (wer hätte es erwartet) liegen, ist der Ausbau der Fusswege nun wirklich nicht all zu fortgeschritten.

    Beste Grüße,
    Fengalf

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  3. MasonInk am 30. September 2016

    Die Regelung mit dem Absteigen zum Überholen finde ich mehr als vorbei gedacht, ich meine Longboard Geschwindigkeit+ Fußgänger Auschweichen+. Stattdessen wird man von Fußgängern einfach Ignoriert.
    Zu dem Gedanken von Fengalf, dass man wegen der Manövrierfähigkeit auf Straßen besser aufgehoben ist Sicherheitsmäßig halte ich für Unsinn. Denn A. muss ich da wo plötzlich jemand auftauchen könnte oder ich dicht an jemandem vorbei muss nicht MAX-SPEED spielen und B. klar kann man gut Tempo kriegen, aber wer schnell fährt legt sich auch öfter mal hin und dann fall ich lieber auf den Gehweg um nicht mit dem Passanten zu kollidieren, als dass ich in die Fahrbahn vom Wagen hinter mit falle weil ich auf der Straße volle Pulle fahre.

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