Tarp Surfing – Longboarden mit einer Plane

MESLE LongboardsDie perfekte Welle lässt mal wieder auf sich warten oder ist aufgrund geografischer Gegebenheiten absolut ausgeschlossen? Kein Problem. Tarp Surfing macht es möglich, dass passionierte Wellenreiter auch ganz ohne kühles Nass voll auf ihre Kosten kommen. Was Sie dafür benötigen? Ein Longboard und eine Kunststoff-Plane (englisch: tarp). Für den besonderen Kicks sollten Sie außerdem auch immer eine Kamera parat haben, die die schönen Momentaufnahmen, die beim Tarp Surfing entstehen, einfängt.

Ein Trend aus den USA

Tarp SurfingWie so vieles, das mit Longboarding zu tun hat, hat auch Tarp Surfing seinen Ursprung in den USA. Hier wurde die Fun-Sportart von zwei begeisterten Boardern erfunden, die das Surf-Feeling auch an Land erleben wollten. Ihr Ziel: Die perfekte Welle wird mithilfe einer riesigen Kunststoff-Plane imitiert und mit einem Skate- oder Longboard durchfahren. Diese Idee war die Geburtsstunde des Tarp Surfings.

Der Trend hat es schnell geschafft, sich auf der ganzen Welt zu verbreiten. Auch in Deutschland hat sich die Sportart seit einigen Jahren etabliert. Hier verfallen immer mehr Longboarder dem Trend und machen sich auf die Jagd nach der perfekten Welle – auch wenn diese nur aus einer Kunststoffplane und nicht aus Wasser besteht.

So funktioniert’s

Wenn Sie sich für Tarp Surfing interessieren, benötigen Sie hierfür nicht nur spezielle Ausrüstungsgegenstände, sondern auch andere Leute, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen.

Das wird benötigt:

  • Ein Skate- oder Longboard (welches genau erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag)
  • Eine (blaue) Plane mit den Mindestmaßen 10 x 12 Meter (erhältlich für rund 60 Euro im Baumarkt)
  • Vier Helfer
  • Eine Kamera (optional)

Außerdem ist es wichtig, dass Sie sicher auf dem Board stehen und zügig damit fahren können. Nur wer schnell genug ist, hat nämlich die Möglichkeit, elegant durch die „Tube“ zu fahren. Unter dem Begriff Tube versteht man die Röhre, die entsteht, wenn sich eine echte Welle überschlägt. Eben dieser Moment wird beim Tarp Surfing imitiert und sorgt für eindrucksvolle Bilder, wenn der Wellen- beziehungsweise Planenritt gefilmt oder fotografiert wird.

Damit eine Tube entsteht, brauchen Sie vier Helfer: zwei Fixierer, die die Plane an unterschiedlichen Punkten festhalten, und zwei Tarp-Puller, die die Plane in Bewegung setzen. Hierbei gilt es, folgendes zu beachten:

  • Der erste Tarp-Puller hält eine Ecke der Plane und bringt diese zur diagonal gegenüberliegenden Seite
  • Der zweite Puller sorgt dafür, dass die Plane an der richtigen Stelle einknickt und eine Tube bildet

Um die perfekte Welle zu erzeugen, ist ein wenig Übung und vor allem das ideale Timing notwendig. Generell kann Tarp Surfing allerdings schnell gelernt werden und ist nicht nur etwas für absolute Profis. Beachten Sie aber, dass es nach einer Weile sehr anstrengend sein kann, die Plane zu bewegen.

Wenn Sie das Bilden der Welle mithilfe der Plane mehrere Male geprobt haben, wird es Zeit, auch als Fahrer aktiv zu werden. Als solcher ist es Ihre Aufgabe, durch die Tube hindurchzufahren und somit ein fast schon authentisches Wellen-Erlebnis zu genießen.

Tipp! Die Plane darf erst dann bewegt werden, wenn sich der Longboarder bereits darauf befindet. Auch hier ist wieder ein gutes Timing gefragt, das sich mit der Zeit jedoch von allein einstellt.

Auf der Jagd nach der perfekten Momentaufnahme

Auch wenn das Tarp Surfing auch ohne Kamera möglich ist, ist dieses Equipment zu einem festen Bestandteil dieser Fun-Sportart geworden. Denn: Wenn Sie sich als Longboarder in der künstlichen Tube befinden, sind atemberaubende Bilder vorprogrammiert. Es wäre dementsprechend absolut ärgerlich, wenn Sie Ihren Wellenritt nicht in (bewegten) Bildern festhalten würden.

Tipp! Besonders spezielle Kameras, die am Kopf oder auf einem Stab befestigt werden können, eignen sich für das Tarp Surfing. Sie Einstellungen und können auch vom Tarp Surfer selbst benutzt werden.

Übrigens: Das Erstellen von spektakulären Videoclips ist ein fester Bestandteil des Tarp Surfings. Viele Anhänger des Trends versuchen immer wieder, sich gegenseitig mit ihren Aufzeichnungen zu übertreffen und noch tollere Bilder aufzuzeichnen. Dieses Wetteifern macht den Reiz des Funsports zu einem großen Teil mit aus.

Des einen Freund, des anderen Feind

Während „echte“ Surfer ohne Wasser nicht auskommen, ist das feuchte Element der größte Feind der Planen-Surfer. Ist die Plane erst einmal nass, kann sie nicht verwendet werden. Hierfür gibt es zwei Gründe:

Gefahr Hinweise
Gewicht der Plane Die Plane ist durch die Nässe extrem schwer und kann sich nicht zu einer Tube verformen
Rutschgefahr Die Plane ist durch die Nässe rutschig und stellt eine große Gefahr für den Longboarder dar

Obwohl Tarp Surfing ein typischer Outdoor-Sport ist, ist es auch möglich (und manchmal auch empfehlenswert), das Hobby nach innen zu verlagern. Wer die Möglichkeit hat, kann hierfür beispielsweise Sport- oder Lagerhallen nutzen.

Tipp! Halten Sie Ihre Plane zum Tarp Surfing nicht nur trocken, sondern auch sauber. Kleine und größere Steinchen sowie andere Fremdkörper können dazu führen, dass der Wellenritt abrupt beendet wird.

Welches Longboard ist für das Tarp Surfing geeignet?

Beim Tarp Surfing geht es nicht darum, kurvige Linien zu fahren oder geschmeidige Slides hinzulegen. Viel wichtiger ist es, mit dem Longboard eine entsprechende Geschwindigkeit aufzunehmen und die Tube geradlinig zu durchfahren, ehe die „Welle“ über einem zusammenbricht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein Longboard zu wählen, das schnell und stabil ist. Breite Achsabstände sind hierbei genauso wichtig wie kleine, harte Rollen.

Wer beim Wellenreiten gern ein bisschen herumspielen und dadurch noch bessere Bilder einfangen will, sollte ein Longboard mit einem niedrigen Schwerpunkt zu wählen. Auf diesen kann man sich gut hinhocken, ohne dabei sofort die Kontrolle über das Board zu verlieren. Auch Skateboards können zum Tarp Surfing benutzt werden.

Vor- und Nachteile des Tarp Surfings

  • Imitation der perfekten Welle mithilfe einer Plane
  • funktioniert ohne Wasser

Fazit: Nicht nur etwas für waschechte Wellenreiter

Eines ist klar: Tarp Surfing ist etwas fürs Auge. Auch wenn es sich hierbei um keine Sportart im eigentlichen Sinne handelt, hat es dieser Trend geschafft, eine echte Größe in der Longboard-Szene zu werden. Oberstes Gebot: Hauptsache, es macht Spaß.

Ein großer Vorteil vom Tarp Surfing ist, dass man kein absoluter Longboard-Profi sein muss. Wichtig ist, dass Sie schnell geradeaus fahren und somit der Tube entkommen können. Nach ein paar Probeläufen und mithilfe des richtigen Timings wird es Ihnen schon bald gelingen, die Planen-Welle perfekt zu reiten. Wenn Sie sich im Nachhinein von Ihrem Können überzeugen oder sich mit anderen Tarp Surfern messen wollen, dürfen Sie auf keinen Fall vergessen, die Aktion mit einer Kamera festzuhalten.

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