Aufbau eines Longboards

Waketec LongboardsWer meint, dass ein Longboard sehr einfach aufgebaut ist, hat nur bedingt recht. Tatsächlich besteht ein klassisches Modell aus einer überschaubaren Anzahl an einzelnen Komponenten, die sich zur Gesamtheit des Longboards zusammensetzen. Betrachtet man diese verschiedenen Teile jedoch im Detail, dann wird deutlich, wie komplex das Longboard und sein Aufbau doch sind. Der folgende Beitrag soll Ihnen einen Überblick über die einzelnen Komponenten von einem Longboard liefern und anhand dessen klar machen, wie das Board aufgebaut ist.

Das Longboard: Ein „Brett mit vier Rädern“

Aufbau eines LongboardsZunächst soll das Longboard erst einmal ganz allgemein betrachtet werden. Salopp ausgedrückt handelt es sich hierbei um ein mehr oder weniger längliches Brett, das mit vier Rädern ausgestattet ist. Es erklärt sich aber wahrscheinlich von selbst, dass diese Definition keine Entzückung bei echten Longboard-Fans auslöst. Sie soll an dieser Stelle also ein bisschen konkretisiert und fachlicher formuliert werden.

Die wesentlichen Bestandteile von einem Longboard

Betrachtet man den Aufbau eines Longboards, so kann festgestellt werden, dass dieses aus folgenden wesentlichen Bestandteilen zusammengesetzt ist:

  • Deck
  • Achsen /Trucks
  • Rollen / Wheels

Das Longboard ist also kein Brett mit Rädern, sondern ein speziell geformtes Deck, an welchem mithilfe von Achsen vier Rollen (in der Fachwelt auch Wheels genannt) angebracht wurden.

Die vielfältige Welt der Longboards

Doch auch wenn diese Beschreibung den Aufbau des Longboards schon ziemlich gut beschreibt, ist sie noch immer viel zu allgemein. Longboarding zeichnet sich schließlich gerade dadurch aus, kein 08/15-Sport zu sein, sondern sich perfekt an die Bedürfnisse der Fahrer anzupassen. Dementsprechend ist es auch nicht überraschend, dass sich die einzelnen Teile von einem Longboard – Deck, Achsen und Rollen – durch eine Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften und Ausführungen auszeichnen.

Diese Vielfalt ermöglicht es, ein Longboard genau so zusammenzustellen, dass es dem persönlichen Fahrstil entspricht und diesen auch optimal unterstützt. Wie das funktioniert, soll im Folgenden genauer erklärt werden.

Das Deck – Auf die Form kommt es an

Das Deck kann auch als Herzstück vom Longboard bezeichnet werden. Es bestimmt nicht nur maßgeblich, wie dieses aussieht, sondern auch, welche Fahreigenschaften es aufweist. Wenn Sie sich bereits näher mit Longboards auseinandergesetzt haben, dann werden Sie festgestellt haben, dass sich die unterschiedlichen Decks von Longboards vor allem im Hinblick auf ihre Form voneinander unterscheiden.

Das ist durchaus gewollt – schließlich bestimmt die Form von einem Longboard-Deck, welche Stile man damit fahren kann. Während Downhill-Decks unbedingt Aussparungen im Bereich der Wheels benötigen, zeichnen sich Dancer-Boards durch besonders lange und flächige Decks aus.

Tipp! Kaum ein Longboarder weiß von Anfang an, welcher Stil ihm am meisten liegt. Wählen Sie als Einsteiger daher bewusst ein Modell, das sich für verschiedene Disziplinen eignet. Wenn Sie sich irgendwann auf einen Fahrstil festgelegt haben, können Sie Ihr Longboard immer noch dementsprechend anpassen.

Longboard-Decks unterscheiden sich allerdings nicht nur im Hinblick auf ihre Form voneinander. Auch ihre Flexibilität und die Krümmung haben einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten vom Longboard.

Die Achsen – richtungsweisend und anders als beim Skateboard

Entgegen häufiger Meinungen unterscheiden sich Skate- und Longboards zum Teil stark voneinander. Das wird besonders dann deutlich, wenn man sich die Achsen vom Longboard einmal genauer ansieht. Diese weisen in der Regel eine vollkommen andere Symmetrie als ihre Skateboard-„Geschwister“ auf und sorgen damit, dass Longboards ein völlig anderes Fahrverhalten aufweisen.

Während es beim Skateboarding vorrangig um Tricks und kleine Stunts geht, wird das Longboard oftmals als Fortbewegungsmittel verstanden. Dementsprechend ist es wichtig, dass die Achsen besonders lenkfreudig sind und punktgenau auf die Anweisungen des Fahrers reagieren.

Generell unterscheidet man beim Longboarden zwischen zwei verschiedenen Achsen-Typen:

Reverse King-Pin Achsen Der King-Pin sitzt schräg zur Achse und verleiht dem Longboard eine erhöhte Lenkfreudigkeit.
Standard King-Pin Achsen Diese Achsen sind denen vom Skateboard sehr ähnlich und werden vorrangig von Cruisern und Downhillern genutzt.

Tipp! Sie sind auf der Suche nach geeigneten Achsen für Ihr Longboard? Dann achten Sie unbedingt auf die Breite. Diese muss so gewählt werden, dass sie zur Breite vom Deck passt. Generell gilt hierbei: Wählen Sie die Achsen lieber etwas breiter als zu schmal.

Die Rollen – die wahre Seele des Longboards

Wie schon die Achsen und das Deck haben auch die Rollen einen maßgeblichen Einfluss auf das Fahrverhalten von einem Longboard. Einige Experten gehen sogar soweit, zu sagen, dass die Wheels die wahre Seele von einem Longboard sind und wie keine andere Komponente für das Wesen von diesem verantwortlich sind. Bei der Wahl der Rollen kommt es auf verschiedene Faktoren an. Diese sind:

Die Größe Bei der Größe gilt: Je kleiner die Rollen, desto schneller lässt sich das Longboard beschleunigen und wieder abbremsen. Breite Rollen haben hingegen den Vorteil, dass sie sehr ruhig laufen und einen entspannten Fahrstil ermöglichen.
Der Härtegrad Dieser Faktor ist ganz entscheidend, wenn es um die Eigenschaften von ihrem Longboard geht. Während weiche Rollen sehr „smooth“ sind und einen guten Grip auf der Straße bieten, zeichnen sich harte Rollen durch eine hervorragende Kontrollierbarkeit aus.
Die Kanten Wenn Sie Rollen für Ihr Longboard kaufen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Wheels mit eckigen Kanten
  • Wheels mit runden Kanten

Diese Eigenschaften haben Einfluss auf das Lenk- und Slide-Verhalten vom Longboard.

Der Sitz des Kugellagers Der Sitz vom Kugellager wird in der Fachwelt auch als Hub bezeichnet. Es wird zwischen folgenden Hubs unterschieden:

  • Centerset: Das Kugellager sitzt mittig und verleiht der Rolle besonders viel Grip. Die Wheels nutzen sich kegelförmig ab.
  • Sideset: Das Kugellager sitzt seitlich und verleiht der Rolle ein gutes Slide-Verhalten. Die Wheels nutzen sich einseitig ab.
  • Offset: Diese Form ist ein Kompromiss zwischen Center- und Sideset.

Vor- und Nachteile eines Longboards

  • Einsteigerboards sind bereits günstig erhältlich
  • große Standfläche
  • sehr guter Halt
  • ideal für längere Fahrstrecken
  • nicht jedes Board kann für jeden Trick genutzt werden

Weitere Bestandteile vom Longboard

Wenn es um den Aufbau eines Longboards im Detail geht, müssen auch noch ein paar andere Elemente genannt werden. Hierzu gehören:

  • Gripetape: Eine Art breites Klebeband, das auf der Oberseite vom Deck aufgeklebt wird. Es sorgt für einen festen Stand und verleiht dem Longboard unter Umständen einen neuen Look.
  • Bushings: Kleine Plaste-Teile, die an den Achsen angebracht werden. Die unterschiedlichen Formen der Bushings (Zylinder, Kegel, etc.) haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten vom Longboard.
  • Kugellager: Bestandteile, die dafür sorgen, dass die Wheels richtig rollen. Jede Rolle ist mit zwei Kugellagern ausgestattet, die an die Größe vom Achsstift angepasst werden müssen.
  • Spacer: Ein nützliches Zubehör, das eingesetzt wird, um das Zusammendrücken der Kugellager in einer Rolle zu verhindern.
  • Riserpads: Abstandhalter aus Kunststoff oder Gummi, die Stöße abfangen und Wheelbites (das Verkanten von Rolle und Deck) verhindern.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Ein Longboard ist ein komplexer Zusammenschluss verschiedener Bestandteile. Der Aufbau ist dementsprechend komplizierter, als das allgemein angenommen wird. Wichtig ist, dass Sie bei der Wahl der einzelnen Komponenten immer an die gewünschten Fahreigenschaften vom Longboard denken. Wenn Ihnen das zu aufwendig ist, können Sie auch auf ein fertig montiertes Komplett-Board zurückgreifen.

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